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Das Glück fliegt im Garten

Wohnen und sich wohlfühlen – unter diesem Motto haben sich in der Sommerausgabe der „bei uns“ (03/2021) Genossenschaftsmitglieder vorgestellt, die verraten, was die am meisten an Ihrem Zuhause wertschätzen. Einer davon ist WGW-Mitglied Andreas Stamm. Er ist mehr als zufrieden, wenn er im Garten mit seinen „Haustieren“ arbeiten kann, seinen Bienen.

Hund, Katze und Kaninchen sind die beliebtesten Haustiere. Weil man mit ihnen kuscheln kann. Bei den Tieren von Andreas Stamm ist an Kuscheln gar nicht zu denken. Denn der Gartenstädter ist angetan von Apis Mellifera, der Art „Westliche Honigbiene“. Wie es dazu kam, weiß er nicht mehr genau. „Ich habe mir gedacht, dass das ein schönes Hobby sein könnte“, erzählt der 58-Jährige, „und belegte vor zwei Jahren einen Kurs beim Imkerverein Rahlstedt.“ Danach wurden drei Beuten angeschafft. Im Volksmund auch besser bekannt
als Bienenstöcke.

Eine Beute steht im Schrebergarten. Die anderen hat er nach Erlaubnis der Genossenschaft im Garten aufgestellt. Wobei ihm wieder bewusster geworden ist, welche Vorzüge sein Zuhause hat. Vor rund 16 Jahren ist er mit seiner Frau in die Gartenstadt gezogen. „Davor wohnten wir in einer Genossenschaftswohnung.“ Die war auch schön.
„Aber auf dem Balkon hätte ich keine Bienen halten können.“

Mit seinem Enthusiasmus hat er alle angesteckt. Sowohl die Nachbarn in der Tilsiter Straße als auch seine Familie. Wenn Sohn Henrik zwischen Studium und Arbeit Zeit findet, kommt er und hilft gerne mit. Gemeinsam mit Birgit, seiner Ehefrau, hat er jetzt den ersten Gartenstadt-Honig hergestellt, geschleudert im Schrebergarten. „Das ist nämlich eine Riesensauerei“, sagt er. Gerührt wurde aber zuhause in der Küche. Auch wenn der Honig köstlich ist, für den Hobby-Imker ist es nur eine feine Zugabe. Bienen selbst faszinieren ihn. „Man lernt Demut, wenn man sie beobachtet. Auf mich wirkt das sehr entschleunigend und beruhigend.“ Aber offenbar auch inspirierend. In seiner Werkstatt hat der Tischler eine neue Magazinbeute konzipiert, das sind die künstlichen Nisthilfen in einem Bienenstock. „In den meisten besteht das Innenleben aus Plastik.“ Seine Version ist komplett aus Naturmaterialien und orientiert sich an einem Baum – der ursprünglichen Behausung der Biene.

Das nächste Projekt ist auch schon in Planung: „Ich möchte versuchen, die Nordische Schwarze Biene regional zu integrieren“, verrät der Tierfreund. „Diese Honigbienen sind extrem bedroht, weil sie weniger Honig bringen.“ Aber der ist ja für Andreas Stamm ohnehin nur eine feine Zugabe.