Ein Wintertag, vier Stationen, viele Gespräche: Die Vertreterausfahrt der WGW führte diesmal quer durch Wandsbek – zu zwei Wohnanlagen im Wandel, ins Maler- und Lackiermuseum nach Billwerder und schließlich zum Italiener. Eine Tour, die zeigte, wie schön es schon ist, bei der WGW zu wohnen und wie schön es noch wird.
Schon die erste Station sorgte für überraschte Gesichter. Ziel war die Wohnanlage am Eydtkuhnenweg, Ecke Voßkuhlen. Acht Gebäude mit insgesamt 202 Wohnungen gehören dazu: Sie verteilen sich auf einem parkähnlichen Grundstück – so groß wie knapp vier Fußballfelder. Etwa 550 Mieterinnen und Mieter der WGW leben in der Wohnanlage von 1963. Ihre bald 70 Jahre sieht man der alten Dame jedoch nicht an. Kein Wunder: Denn zwischen 2006 und 2021 hat die Genossenschaft die meisten Häuser energetisch umfassend modernisiert.
Dabei zog Stück für Stück mehr Wohnqualität ein. Im Eydtkuhnenweg 1 A etwa wurde 2011 ein Außenaufzug angebaut und der Laubengang grundlegend überarbeitet. „Hier leben viele ältere Mitglieder“, erklärte Matthias Demuth, Abteilungsleiter Mieterservice. „Für sie ist das eine große Erleichterung.“ 2015 folgte der Umbau von vier Gewerbeeinheiten in barrierearme Wohnungen. Wie sehr sich die Anlage verändert hat, bestätigte auch Vertreterin Gaby Rauch. Sie ist dort aufgewachsen, zog vor mehr als 40 Jahren weg – und staunte bei der Rückkehr: „Das hat mit der Wohnanlage von damals kaum etwas zu tun.“
Danach ging es in die Bengelsdorfstraße 12-16: ein Haus mit neun Stockwerken und 81 Wohnungen. Dort steckt die WGW mitten in einer umfassenden Modernisierung. Und es ist bereits viel geschafft: Die Fenster wurden erneuert, die Balkone überarbeitet und die Wärmedämmung angebracht. An der Stirnseite ist bereits zusammen mit Azubis aus dem Malerhandwerk ein neues Wahrzeichen aufgemalt – eine große Sonnenuhr, unsere neue „Sünnenklock“. Leider verdeckten noch Gerüste und Planen die farbenfrohe Sünnenklock. Dafür konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter aber in zwei leerstehenden Wohnungen umsehen. Denn innen geht das Projekt weiter: Alle Bäder werden modernisiert, ebenso die Hauseingänge. Außerdem wird ein langgehegter Wunsch vieler Bewohner erfüllt. „Die Aufzugsanlagen werden erneuert. Sie führen dann bis ins Erdgeschoss“, sagt Philipp Wengler, technischer Sachbearbeiter. „Damit wird der Zugang barrierefrei.“ Und noch etwas kommt hinzu: Alle Wohnungen werden mit Balkonkraftwerken ausgestattet. Vorstandsvorsitzende Christine Stehr: „Da die Bewohnerinnen und Bewohner während der Baumaßnahme viel Lärm aushalten müssen, haben wir hier etwas mehr Geld in die Hand genommen.“
Insgesamt investiert die WGW 2025/2026 rund 11,5 Millionen Euro in die beliebte Wohnanlage. Viele Menschen leben hier über Jahrzehnte. Auch Vertreterin Annie Wojczewski erinnert sich gern an ihre erste eigene Wohnung: „Sie war ganz oben und das habe ich geliebt. Der Ausblick ist atemberaubend. Bei gutem Wetter kann man mit dem Fernglas die Uhr des Rathauses sehen.“ Heute erkennt man auch die Elphi.
Bevor beim Italiener Andronaco in Billwerder der gemütliche Teil begann, stand noch ein Besuch im Maler- und Lackierermuseum auf dem Programm – für viele eine Entdeckung. „Das hat mich total überrascht“, sagte Vertreterin Elisa Kunath: „Nicht nur das Museum, sondern auch das Handwerk. Man denkt zuerst ans Wände streichen. Wer hätte gedacht, dass so viel Kunst dahintersteckt?“
Neue Eindrücke
Für einige Vertreterinnen und Vertreter war es die erste Tour dieser Art. Wir fragten sie, wie sie den Tag erlebt haben.
Judith Junge: „Es ist eine schöne Gelegenheit, andere Vertreterinnen und Vertreter kennenzulernen – und auch mit Vorstand und Mitarbeitenden einmal in einem anderen Zusammenhang ins Gespräch zu kommen.“
Volker Dührkop (re.): „Die Ausfahrt hat meine Erwartungen voll erfüllt. Besonders interessant fand ich die Infos zu den Modernisierungen – und zu sehen, wie stark die WGW auf neue Technologien setzt, vor allem beim Klimaschutz.“
Pascal Mohr (li.): „Sehr spannend, die Projekte einmal vor Ort zu sehen. Man bekommt viel mehr Einblick in die Hintergründe und versteht besser, welche Summen und welcher Aufwand dahinterstecken. Auch der Austausch mit den Mitarbeitenden ist Gold wert.“

Zwischen Handwerk und Kunst
Das Maler- und Lackierermuseum in Hamburg-Billwerder zeigt, wie viel Kunst und Geschichte im Malerhandwerk stecken. Über 900 Jahre Tradition werden lebendig – mit historischen Werkzeugen, Farbpigmenten und Schablonen zur Wandgestaltung. Besonders beeindruckend sind die Wandmalereien, die Vorläufer moderner Tapeten.
Gegründet wurde das Museum 1984 von der Maler- und Lackierer-Innung. Viele Exponate stammen aus Privatbesitz, aufgelösten Betrieben und von Berufsschulen. Sie machen den Ort zu einem Schatz für alle, die entdecken wollen, wie viel Gestaltungskraft im Handwerk steckt. Untergebracht ist das Museum im Glockenhaus aus der Zeit um 1600. Mitglieder des Vereins haben das historische Gebäude in Eigenregie restauriert und kümmern sich bis
heute engagiert um seinen Erhalt.



