Nach Ostern war es so weit: Die Sünnenklock am WGW-Sünnenhuus in der Bengelsdorfstraße erhielt ihren Zeiger. Kurz darauf fiel das Gerüst – und Bramfelds neues Wahrzeichen ist nun weithin sichtbar.
Ein fast vier Meter langes Stahlrohr im achten Stock an die Fassade zu bringen, das ist kein Routinejob. Dafür braucht es einen Kran – und das richtige Wetter. Tage vorher noch stürmisch. Doch wie alle Events rund um unser Sünnenhuus in Bramfeld passte am Ende alles: blauer Himmel, kaum Wind. Martin und Felix Fieg konnten also ihr unhandliches und dazu noch ziemlich schweres Werkstück präzise montieren. Trotz großer Erfahrung war der Auftrag auch für die beiden Schlosser und Metallbauer eine Premiere. „Einen Zeiger für eine Sonnenuhr haben wir noch nie gebaut.“ Entsprechend groß war die Freude, als alles passte und montiert war. „Das Ergebnis ist super“, lobte auch Dirk Prilipp, Farbgestalter vom Brillux-Farbstudio Hamburg und kreativer Kopf der Sonnenuhr. „Der Zeiger wirft einen sauberen Schatten und die Schrift kommt hervorragend zur Geltung.“
Ein großes Kompliment vor allem für den Handwerker-Nachwuchs. Denn die Sonnenuhr ist im Rahmen einer Azubi-Aktion entstanden. Sieben Auszubildende aus unterschiedlichen Betrieben und Gewerken haben gemeinsam daran gearbeitet. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt unterstützen konnten“, erklärte WGW-Aufsichtsratsvorsitzender Niels Bossow. „Solche Projekte motivieren ungemein – und das Ergebnis zeigt, was möglich ist.“
Brillux-Auszubildender Sebastian Hegger wohnt ganz in der Nähe. „Ich komme hier ständig vorbei – und es ist ein tolles Gefühl, sagen zu können: Daran habe ich mitgearbeitet.“ Auch die WGW-Auszubildende Elham Hassansadeh blickt gern zurück. „Das war eine großartige Gemeinschaftsarbeit – das werde ich nie vergessen.“
Für Vorstandvorsitzende Christine Stehr ist die Sonnenuhr ohnehin etwas Besonderes. Sie hat das Projekt von Anfang an geleitet. „Wenn man startet und dann Schritt für Schritt sieht, wie sich so etwas entwickelt, ist das beeindruckend.“ Entscheidend sei dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten gewesen – von den Auszubildenden bis zur Maler- und Lackiererinnung Hamburg. So konnte etwas entstehen, das längst nicht mehr selbstverständlich ist: Kunst am Bau. „Viele Unternehmenverzichten heute aus Kostengründen darauf. Wir versuchen trotzdem, solche Elemente dort zu integrieren, wo es passt. Sie geben einem Gebäude Identität und schaffen etwas, das bleibt.“
Gleichzeitig ist das Projekt ein klares Bekenntnis zur Nachwuchsförderung. „Wir stehen alle vor der großen Aufgabe, bis 2040 klimaneutral zu werden“, sagt Christine Stehr. „Dafür müssen wir ganzheitlich denken – und wir brauchen Menschen, die es umsetzen. Genau deshalb ist es so wichtig, junge Fachkräfte früh einzubinden und zu fördern.“



