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Geduld, liebe Mitglieder

Wo bleibt der Handwerker? Diese Frage stellen sich nicht nur Mitglieder. Auch als Bauherren müssen wir oft warten – auf Angebote, Bauarbeiter und Material. Was bedeutet das für unsere Instandhaltungen, den Neubau im Starckweg und die Modernisierung in der Meiendorfer Straße? Das erklärt Eva Janta, technische Sachbearbeiterin und zuständig für diese Projekte in Rahlstedt.

Wie geht es mit den Projekten voran?
Eva Janta: Wir sind weiterhin im Zeitplan. Aber es wurde schon angekündigt, dass das Material mehr kosten wird als geplant.

Woran liegt das?
Eva Janta: Zurzeit herrscht Materialknappheit auf dem Weltmarkt, das hat die Preise hochgetrieben. Holzlatten, die vorher ein paar Centteuer waren, kosten jetzt über einen Euro. Genauso knapp istKunststoff. Das zieht große Kreise, denn Kunststoff braucht man überall: angefangen bei der Ummantelung für Kabel bis hin zu Dämmstoffen. Am Ende muss man schauen, ob wir unsere Kalkulationhalten können und wie viel wir für die Modernisierung umlegen müssen. Denn schließlich wollen wir, dass trotz der notwendigen Klimaziele die Wohnungen bezahlbar bleiben.

Wie wirkt sich das auf die Instandhaltungen und Modernisierungen aus?
Eva Janta: Das lässt sich gerade kaum beantworten. Wir haben jährlich ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Wenn sich die Marktpreise weiter so entwickeln, werden wir uns darauf einstellen müssen.

Wird deshalb weniger modernisiert?
Eva Janta: Wir versuchen, an alles zu denken, damit wir unsere Pläne halten können. Dafür haben wir langfristige Geschäftspartner und einen verlässlichen Handwerkerstamm. Wenn aber etwa eine Heizung, die bisher 100.000 Euro gekostet hat, jetzt um das Doppelte teurer ist, muss ein kleineres Projekt geschoben werden. Langfristig wäre es deshalb wichtig, dass mit zunehmenden Anforderungen auch die Fördergelder steigen.

Wie sieht es mit den Kosten für Handwerker aus?
Eva Janta: Die Unternehmen, mit denen wir lange zusammenarbeiten, haben ihre Preise moderat angehoben. Dafür haben wir ein anderes Problem: Die meisten sind ausgelastet. Für den Neubauim Starckweg etwa haben wir drei Dachdecker um ein Angebot gebeten. Nur einer hat ein Angebot abgegeben. Die anderen schaffen es momentan zeitlich nicht. Daher mussten wir nochmal ausschreiben.

Meinen Sie, diese Situation hält länger an?
Eva Janta: Was das Material angeht, wird es sich vermutlich wieder relativieren. Anders sieht es mit den Handwerkern aus. Sie haben schon lange Nachwuchsprobleme, deshalb fehlen Fachkräfte. Sowie unsere Mitglieder und wir es gewohnt sind, dass von heute auf morgen ein Handwerker kommt, ist selbst bei kleinen Arbeiten kaum noch möglich. Deshalb brauchen wir alle mehr Geduld.