Vorsicht vor Langfingern!

Zwei Jugendliche haben durch geschickte Ablenkung in der Gartenstadtsiedlung eine ältere Dame bestohlen.

Wer denkt bei kleinen Jungs schon an Diebstahl? Hilfsbereit wie sie ist, hat sich eines unserer Mitglieder nett mit einem Jugendlichen unterhalten, der sie etwas fragte. Sie schätzt ihn auf etwa zwölf Jahre, seinen Freund auf etwa 13 Jahre. Unser Mitglied hatte kurz zuvor Wäsche aufgehängt und die Fenster zum Lüften weit geöffnet.

Die Plauderei diente den Langfingern jedoch nur als Ablenkungsmanöver: Der etwa Zwölfjährige meinte, es sei so schön in der Gartenstadt und wollte wissen, ob ein Fußballplatz in der Nähe sei. Währenddessen hatte der andere Junge, den sie auf 13 Jahre schätzt, Zeit, ihr Geld zu stehlen. Das jedoch hat die Seniorin erst später gemerkt.

Der ältere Jugendliche muss während des Gesprächs unbemerkt durchs geöffnete Fenster ins Schlafzimmer im Erdgeschoss geklettert sein und hat Geld aus dem Geldbeutel gestohlen, der sich dort befand.

Mit Ablenkung arbeiten Diebe meist. Taschendiebe etwa lenken ihr Opfer ab, ein anderer stiehlt die Geldbörse aus der Handtasche, ein Dritter nimmt das Diebesgut an sich. Einige Tricks sind: Anrempeln in Bus oder U-Bahn, das Opfer im Gedränge mit Eis bekleckern, nach dem Weg fragen oder darum bitten, Geld zu wechseln …

Informationen zu Gefahren unterwegs, an der Haustür oder im Internet finden Sie etwa in der Infobroschüre der Polizei : „Im Alter sicher leben“

Die Vermietung läuft

Los geht’s mit der Vermietung für die Wohnungen im neuen Lesserhuus. Jetzt können Sie sich für eine dieser Neubau-Wohnungen bewerben, die im Frühling 2022 fertiggestellt sein sollen.

Die Wohnungen im Erdgeschoss und Obergeschoss haben zwei Zimmer mit Terrasse bzw. Balkon, die Dachgeschosswohnung 2,5 Zimmer mit Dachterrasse. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen ca. 50 und 67 Quadratmetern.

Ansprechpartner ist unser kaufmännischer Sachbearbeiter Timo Stark, dem Sie die Bewerbung per E-Mail zukommen lassen können. Interessiert? Dann klicken Sie sich weiter zum Exposé und dem Bewerbungsformular.

So soll das neue Siedlungshaus 2022 aussehen: Straßen- und Gartenseite des Gebäudes.

Frühlingsblüher pflanzen

Wollen Sie mit uns im Oktober Blumenzwiebeln setzen? Denn im Herbst sollte man bereits ans Frühjahr 2022 und an die Insekten denken. Die Blumenwiesen blühen erst im späten Frühling und Sommer und vorher finden Hummeln, Bienen und andere Insekten oft nur wenig Nahrung. Das wollen wir ändern und gemeinsam mit Ihnen Zwiebeln von Frühblühern einpflanzen, die jährlich wiederkommen: Krokusse, Blausterne und Wildtulpen sowie Hyazinthen, Winterlinge und Narzissen. Sie sind wichtige Nektarquellen, etwa für die Wildbienen, die nach dem Winter ausgehungert sind. Auch die Hummelköniginnen, die überwintert haben, brauchen früh Pollen und Nektar. Sie fliegen bereits ab zwei Grad und suchen nach Nahrung.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir in verschiedenen Anlagen vom 18. bis Oktober, jeweils um 14 Uhr, Blumenzwiebeln einsetzen. Dafür suchen wir Mitglieder bzw. Hobbygärtner und solche, die es werden wollen, oder einfach Spaß an unserer Aktion haben.

Haben Sie Interesse? Dann mailen Sie an
christine.watz@gartenstadt-wandsbek.de oder schreiben uns per Post.

Foto: WGW

Geduld, liebe Mitglieder

Wo bleibt der Handwerker? Diese Frage stellen sich nicht nur Mitglieder. Auch als Bauherren müssen wir oft warten – auf Angebote, Bauarbeiter und Material. Was bedeutet das für unsere Instandhaltungen, den Neubau im Starckweg und die Modernisierung in der Meiendorfer Straße? Das erklärt Eva Janta, technische Sachbearbeiterin und zuständig für diese Projekte in Rahlstedt.

Foto: Hermann Jansen

Wie geht es mit den Projekten voran?
Eva Janta: Wir sind weiterhin im Zeitplan. Aber es wurde schon angekündigt, dass das Material mehr kosten wird als geplant.

Woran liegt das?
Eva Janta: Zurzeit herrscht Materialknappheit auf dem Weltmarkt, das hat die Preise hochgetrieben. Holzlatten, die vorher ein paar Centteuer waren, kosten jetzt über einen Euro. Genauso knapp istKunststoff. Das zieht große Kreise, denn Kunststoff braucht man überall: angefangen bei der Ummantelung für Kabel bis hin zu Dämmstoffen. Am Ende muss man schauen, ob wir unsere Kalkulationhalten können und wie viel wir für die Modernisierung umlegen müssen. Denn schließlich wollen wir, dass trotz der notwendigen Klimaziele die Wohnungen bezahlbar bleiben.

Wie wirkt sich das auf die Instandhaltungen und Modernisierungen aus?
Eva Janta: Das lässt sich gerade kaum beantworten. Wir haben jährlich ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Wenn sich die Marktpreise weiter so entwickeln, werden wir uns darauf einstellen müssen.

Wird deshalb weniger modernisiert?
Eva Janta: Wir versuchen, an alles zu denken, damit wir unsere Pläne halten können. Dafür haben wir langfristige Geschäftspartner und einen verlässlichen Handwerkerstamm. Wenn aber etwa eine Heizung, die bisher 100.000 Euro gekostet hat, jetzt um das Doppelte teurer ist, muss ein kleineres Projekt geschoben werden. Langfristig wäre es deshalb wichtig, dass mit zunehmenden Anforderungen auch die Fördergelder steigen.

Wie sieht es mit den Kosten für Handwerker aus?
Eva Janta: Die Unternehmen, mit denen wir lange zusammenarbeiten, haben ihre Preise moderat angehoben. Dafür haben wir ein anderes Problem: Die meisten sind ausgelastet. Für den Neubauim Starckweg etwa haben wir drei Dachdecker um ein Angebot gebeten. Nur einer hat ein Angebot abgegeben. Die anderen schaffen es momentan zeitlich nicht. Daher mussten wir nochmal ausschreiben.

Meinen Sie, diese Situation hält länger an?
Eva Janta: Was das Material angeht, wird es sich vermutlich wieder relativieren. Anders sieht es mit den Handwerkern aus. Sie haben schon lange Nachwuchsprobleme, deshalb fehlen Fachkräfte. Sowie unsere Mitglieder und wir es gewohnt sind, dass von heute auf morgen ein Handwerker kommt, ist selbst bei kleinen Arbeiten kaum noch möglich. Deshalb brauchen wir alle mehr Geduld.

Tablet statt Klemmbrett

Die WGW wird digitaler, denn für Wohnungsabnahmen und -übergaben nutzen unsere Hauswarte jetzt Tablets. Auf Dauer spart das Zeit und Papier und ist außerdem ein Servicegewinn für unsere Mitglieder.

Markus Krause hockt vor der Badewanne, um den Zählerstand der Wasseruhr zu notieren. Routine für den erfahrenen Hauswart. In den vergangenen zehn Jahren hat er das unzählige Male gemacht. Bisher allerdings mit Stift auf Papier und vielen Durchschlägen. Heute mit Finger auf dem Tablet.

„Das ist die sechste Wohnung, in der ich das Protokoll digital anfertige“, erzählt er mit Blick auf den Bildschirm. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich, mit ausklappbaren Auswahllisten, Checkboxen, Ausfüllfeldern und Platz für Notizen. So kann sich ein Neuling schnell zurechtfinden. Wenn man auch, aufgrund der Fülle an Punkten, anfangs etwas mehr Zeit benötigt. Markus Krause klickt sich längst souverän und schnell durch die App. Das hat einen Grund: Bei der WGW gehört er zu den Pionieren in Sachen digitale Protokolle. Gut ein Jahr hat er gemeinsam mit Abteilungsleiter Matthias Demuth, der kaufmännischen Sachbearbeiterin Kirsten Leisner und Hauswart-Kollege Stefan Wichern daran gearbeitet, das Projekt zum Laufen zu bringen.

Bei Null mussten sie zwar nicht anfangen, aber: „Wir hatten eine vorgefertigte App, die
an unsere Bedürfnisse angepasst werden konnte“, erklärt Kirsten Leisner. Klingt einfach, war jedoch sehr viel Arbeit. Da die App für jede Art und Größe von Wohnungsunternehmen entwickelt worden ist, war einiges überflüssig. Mindestens genauso viel fehlte aber auch. Das alles musste erst einmal zusammengetragen, von den Entwicklern angepasst und schließlich kontrolliert werden. „Das war enorm zeitintensiv“, sagt Kirsten Leisner, „weil wir selbst nichts in der App ändern können.“ Nun sind sogar schon alle Heizungsarten erfasst, mit denen die WGW-Häuser ausgestattet sind. Jeder einzelne Raum in den über 3.200 Wohnungen kann angeklickt werden, die Ausstattungsmerkmale sind alphabetisch sortiert.

Die vierköpfige Arbeitsgruppe kümmerte sich allerdings nicht nur um die Inhalte der App. „Wir haben auch unsere Kolleginnen und Kollegen geschult“, erzählt Kirsten Leisner. Übrigens nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis. „Zum Ausprobieren und
Üben sind wir in Wohnungen gegangen, die gerade leer standen.“ Dort wurden so lange
Vorabnahmen, Abnahmen und Wohnungsübernahmen simuliert, bis alles reibungslos lief.

Fotos: Hermann Jansen

Markus Krause hält Paula Vallejo das Tablet hin. Ehemann John Molina schaukelt Baby Freddy Lucas auf dem Arm. Den Rundgang durch die großzügige Vier-Zimmer-Wohnung
in Harburg haben sie gerade beendet. Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift auf dem Protokoll, dann können sie mit ihren Kindern einziehen.

Paula Vallejo schreibt mit ihrem Zeigefinger ihren Namen auf das Tablet. „Oh, nein!“, sagt sie lachend, als sie das etwas krakelige Ergebnis sieht. „Ach, das ist völlig in Ordnung“, beruhigt Markus Krause, drückt auf den Sende-Button und schickt das Protokoll auf den
WGW-Server, zum Mieterservice ins Archiv. „Hamburg Wasser hat jetzt auch eine E-Mail
über den Zählerstand erhalten“, informiert er das junge Paar. John Molina ist begeistert.
Dass er das Protokoll bereits als E-Mail erhalten hat, sieht er auf seinem Handy. Dass er
sich aber nicht mehr um die Zählerstände von Strom und Wasser kümmern muss, findet er
noch besser.

Wäre er nicht ohnehin schon überzeugt, dann spätestens jetzt. Als Kundendienst-Techniker
arbeitet er ebenfalls mit Tablet und kennt die Vorteile. „Es ist viel sicherer als auf Papier“, erklärt er. „Alles läuft sofort auf dem Firmenserver auf. Die Unterlagen liegen nicht im Auto herum, so kann nichts verlorengehen oder von Fremden eingesehen werden.“ Auch der Umweltaspekt gefällt Molina an der Methode. „Man kann sich aussuchen, ob man das Protokoll als E-Mail haben möchte oder lieber als Brief per Post“, erläutert Hauswart Krause. Immer mehr Mitglieder tendieren zur Mail, was auf längere Sicht Papier spart.

Vor der Wohnungstür tauscht Markus Krause sein Tablet gegen den Akku-Schrauber. Flugs wechselt er das Türschloss und übergibt die Schlüssel dem strahlenden Paar. Alles läuft
eben doch noch nicht digital.

Wichtige Beschlüsse gefasst

Unsere Ordentliche Vertreterversammlung 2021 wird aufgrund der Corona-Pandemie voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte als Präsenzveranstaltung stattfinden.

Was wir bisher schon gemeinsam am 25. Mai 2021 im Umlaufverfahren schriftlich beschließen konnten, finden Sie unter im Menü Mitglieder, unter „Vertreterversammlung“.

Foto: Hermann Jansen

Hello again!

Mittagszeit. Eduard Winschel kommt gerade aus einer Besprechung. Es ist nicht die erste an diesemTag. Es wird nicht die letzte bleiben. Sein Terminkalender ist rappelvoll, dabei ist sein offizieller Arbeitsbeginn erst in drei Tagen. „Das war mein eigener Wunsch“, erklärt er gut gelaunt, „ich wollte gern starten, so lange Hans-Peter Siebert noch da ist.“ Das erleichtert allen die Übergabe und ihm den Einstieg in seine neue Aufgabe. Drei Tage für die Übergabe, das ist ziemlich sportlich. Eduard Winschel startet allerdings aus der Pole-Position. Zwischen 2012 und 2018 war er beim Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) tätig und hat unsere Genossenschaft ab 2014 jährlich geprüft. „Dadurch habe ich die Arbeit des Vorstands und die WGW kennengelernt.“

Nun liegen wieder unsere Bücher auf seinem Schreibtisch. Diesmal allerdings aus einem anderen Grund. „Jetzt sitze ich auf der anderen Seite und gehe sie mit dem Wirtschaftsprüfer durch.“ Eine Aufgabe, für die der 39-Jährige nicht nur als ehemaliger
VNW-Prüfer ideal ist. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft bei einer Wohnungsgenossenschaft in Kiel hat er Betriebswirtschaftslehre studiert. In einem Aufbaustudium spezialisierte er sich mit Schwerpunkt Management Accounting und Controlling sowie Personal. Die vergangenen zwei Jahre arbeitete der Wahl-Eilbeker bei einer Hamburger Wohnungsgenossenschaft als leitender Angestellter der Abteilung Rechnungswesen, Bewirtschaftung und Mitgliederwesen. Mit diesem umfassenden Fachwissen und der weitreichenden Erfahrung ist er für seine neuen Aufgaben also perfekt gewappnet: Als Vorstandsmitglied zeichnet er künftig gemeinsam mit Vorstandsvorsitzender Christine Stehr verantwortlich für unsere WGW, im Besonderen für die Abteilungen Rechnungswesen und Verwaltung.

Was ihn besonders an der neuen Stelle freut: „Bei der WGW wird der Genossenschaftsgedanke groß geschrieben. Sie strebt nicht nach Gewinnmaximierung, sondern arbeitet zum Wohl ihrer Mitglieder.“ Diese Unternehmensphilosophie trifft genau
seine Überzeugungen. „Ich fühle mich in der Genossenschaftswelt einfach wohl und freue mich deshalb, jetzt die WGW mitgestalten zu können.“

Foto: Hermann Jansen

Facelift für die Website

Frischer Wind weht seit Juni 2021 auf unserer Website. Sie ist technisch auf einen modernen Stand gebracht und responsiv. Das heißt, die Seiten passen sich an das jeweilige Gerät an, ob PC, Smartphone oder Tablet. Das haben wir zum Anlass genommen, um optisch und inhaltlich etwas zu verbessern. Am Beispiel der Startseite zeigen wir Ihnen, was wir verändert haben.

Neue Menüleiste
Der bisherige Punkt „Mitgliederservice“ teilt sich in „Mitglieder“ und „Service“ auf. Der Bereich Mitglieder bleibt intern. Dafür loggen Sie sich mit Passwort ein und finden Fotos und Filme von unseren Veranstaltungen, alles rund um die Vertreterversammlung sowie Formulare, etwa zu Adressänderung oder Kündigung.

Schneller Kontakt
Die modernen Icons in einer auffälligen Box – „Kontakt“, „Ansprechpartner“ und „Notfall“
in unseren Logo-Farben – sind zentral auf der Homepage platziert. So können Sie über einen Klick schnell den gewünschten Ansprechpartner sehen. Auf dem Handy ist diese Box
zu sehen, ohne dass man scrollen muss.

Mehr Service
Infos zu Nachbarschaftstreffs, Saal und Gästewohnungen finden Sie jetzt unter diesem Menüpunkt. Wir ergänzen die Seite um FAQ, Fragen rund um die Mitgliedschaft, die wir verständlich beantworten und Sie zum entsprechenden Formular im internen Bereich
verlinken. Auch Downloads wie unser Magazin oder Infomaterial stellen wir Ihnen zusammen, zum Beispiel, wie man richtig heizt und lüftet.

„Über uns“ wird grüner
Unsere Genossenschaft präsentieren wir auf der Seite „Über uns“. Sie erfahren dort etwas über Mitglieder und Organe, Zahlen sowie über unsere 111-jährige Geschichte (Stand 2021). Neu ist der Punkt „Umwelt & Klima“. Seit Jahren engagieren wir uns in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, was wir auch 2021 weiter vorantreiben. Darüber möchten wir Sie künftig regelmäßig informieren.

Aktuelles und Archiv
Neue Themen reißen wir an dieser Stelle an. Via „weiter lesen“ geht’s zur Seite „Aktuelles“, auf der Sie den ganzen Artikel finden. Zum Archiv kommen Sie über den Link „Archiv öffnen“. Dort können Sie auch ältere Themen noch einmal ansehen.

Große Fotos
Auf der Startseite und den Folgeseiten dominiert im oberen Teil, dem so genannten
„Hero-Bild“, die grüne Farbe unseres Logos, in die wir große Fotos einbinden: Bilder von Mitgliedern auf Veranstaltungen oder anderen Aktionen und natürlich Fotos von unseren neuesten Projekten.

Buttons als Blickfang
Für Themen, die wir hervorheben wollen, damit Sie sie leichter finden, gibt es auf der Startseite einen Button: etwa zu neuen Terminen, Mitglieder-Aktionen oder auch zum
„Corona – A bis Z“.

Das Glück fliegt im Garten

Wohnen und sich wohlfühlen – unter diesem Motto haben sich Genossenschaftsmitglieder vorgestellt, die verraten, was die am meisten an Ihrem Zuhause wertschätzen („bei uns“ 03/2021) . Einer davon ist WGW-Mitglied Andreas Stamm. Er ist mehr als zufrieden, wenn er im Garten mit seinen „Haustieren“ arbeiten kann, seinen Bienen.

Hund, Katze und Kaninchen sind die beliebtesten Haustiere. Weil man mit ihnen kuscheln kann. Bei den Tieren von Andreas Stamm ist an Kuscheln gar nicht zu denken. Denn der Gartenstädter ist angetan von Apis Mellifera, der Art „Westliche Honigbiene“. Wie es dazu kam, weiß er nicht mehr genau. „Ich habe mir gedacht, dass das ein schönes Hobby sein könnte“, erzählt der 58-Jährige, „und belegte vor zwei Jahren einen Kurs beim Imkerverein Rahlstedt.“ Danach wurden drei Beuten angeschafft. Im Volksmund auch besser bekannt als Bienenstöcke.

Eine Beute steht im Schrebergarten. Die anderen hat er nach Erlaubnis der Genossenschaft im Garten aufgestellt. Wobei ihm wieder bewusster geworden ist, welche Vorzüge sein Zuhause hat. Vor rund 16 Jahren ist er mit seiner Frau in die Gartenstadt gezogen. „Davor wohnten wir in einer Genossenschaftswohnung.“ Die war auch schön.
„Aber auf dem Balkon hätte ich keine Bienen halten können.“

Mit seinem Enthusiasmus hat er alle angesteckt. Sowohl die Nachbarn in der Tilsiter Straße als auch seine Familie. Wenn Sohn Henrik zwischen Studium und Arbeit Zeit findet, kommt er und hilft gerne mit. Gemeinsam mit Birgit, seiner Ehefrau, hat er jetzt den ersten Gartenstadt-Honig hergestellt, geschleudert im Schrebergarten. „Das ist nämlich eine Riesensauerei“, sagt er. Gerührt wurde aber zuhause in der Küche. Auch wenn der Honig köstlich ist, für den Hobby-Imker ist es nur eine feine Zugabe. Bienen selbst faszinieren ihn. „Man lernt Demut, wenn man sie beobachtet. Auf mich wirkt das sehr entschleunigend und beruhigend.“ Aber offenbar auch inspirierend. In seiner Werkstatt hat der Tischler eine neue Magazinbeute konzipiert, das sind die künstlichen Nisthilfen in einem Bienenstock. „In den meisten besteht das Innenleben aus Plastik.“ Seine Version ist komplett aus Naturmaterialien und orientiert sich an einem Baum – der ursprünglichen Behausung der Biene.

Das nächste Projekt ist auch schon in Planung: „Ich möchte versuchen, die Nordische Schwarze Biene regional zu integrieren“, verrät der Tierfreund. „Diese Honigbienen sind extrem bedroht, weil sie weniger Honig bringen.“ Aber der ist ja für Andreas Stamm ohnehin nur eine feine Zugabe.

Fotos: Hermann Jansen

Aus Alt machen wir Mehr

Lesserhuus – so heißt unser Bauprojekt in der Gartenstadt. Ein Haus, das modernen Komfort bietet und auch die Gründer unserer Genossenschaft begeistert hätte.

Ein schnuckeliges Dorf mitten in der Großstadt: Diese liebevolle Beschreibung ist oft über unsere Gartenstadt-Siedlung zu hören und das hat viele Gründe. Genau genommen sind es knapp 550. So viele Wohnungen in Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sowie Mehrfamilienhäusern haben unsere Gründerväter und -mütter dort gebaut.

Leider wurden einige dieser Häuser im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Darunter auch das Doppelhaus in der Lesserstraße 114/116. „Es wurde zwar wieder aufgebaut“, erzählt Abteilungsleiter Matthias Demuth, „aber wie es damals eben so war: Aus Mangel an Baustoffen hat man das alte Material aus den Trümmern verwendet.“ Bei der Wohnungsnot war Qualität zweitrangig und Optik Nebensache – das sah man dem Gebäude an: „Es hatte ein für die Gartenstadt untypisches Flachdach und die Bausubstanz war zuletzt so schadhaft, dass auf mittlere Sicht die Standsicherheit gefährdet gewesen wäre.“

Um es zu erhalten, wäre also eine äußerst aufwendige Komplettsanierung nötig gewesen. Unter solchen Voraussetzungen ein teures Unterfangen, das wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Diese Meinung teilen auch WGW-Vertreter aus der Gartenstadt. Nachdem die letzte Bewohnerin im Herbst 2020 ausgezogen war, luden wir unsere Vertreter des Wahlbezirks 1 zu einer Begehung ein. Das einhellige Urteil: Die Zeit ist reif für ein neues Lesserhuus. Genau daran arbeiten wir jetzt. Nachdem der Rückbau über die Bühne gegangen ist, bauen wir das Gebäude wieder auf. Dieses Mal allerdings im Stil unserer schönen alten Siedlungshäuser: mit Mansarddach.

Schauen Sie sich unsere Baustellen-Bilder unter „Wohnen“ und „Projekte“ an, denn seit dem Startschuss im Frühjahr 2021 geht es zügig in der Lesserstraße 114 voran.