Vertreterversammlung 2026

Eindrücke von der Vertreterversammlung, die am 1. Juni 2026 im Gemeinschaftssaal der WGW stattfand. Einen Artikel zur Versammlung veröffentlichen wir in der Herbstausgabe des Mitglidermagazins „bei uns“.

Ordentliche Vertreterversammlung 2026
Fotos: Hermann Jansen
Mitglieder des Aufsichtsrates (v.li.): Niels Bossow, Carmen Rehbock, Matthias Münster, Heiko Glawe, Lena Schneidereit, Uwe Lohmann, Jens Donath und René Alfeis. Nicht im Bild: Aufsichtsrätin Iris Gronau.
Foto: Hermann Jansen

Dolce Vita für Vertreter

Ein Wintertag im Februar 2026, vier Stationen, viele Gespräche: Die Vertreterausfahrt der WGW führte quer durch Wandsbek – zu zwei Wohnanlagen im Wandel, ins Maler- und Lackiermuseum nach Billwerder und schließlich zum Italiener. Eindrücke von der Tour …

Handeln statt hadern

Von steigenden Baukosten, Materialengpässen bis zu internationalen Konflikten – Gründe für Sorgenfalten gibt es genug. Bei der Vertreterversammlung im Juni 2026 jedoch ging es um den positiven Blick nach vorn.

Schon zu Beginn stellte Vorstandsvorsitzende Christine Stehr klar: „Die ewigen Negativschlagzeilen und der Krisenmodus machen müde und kosten Kraft, die wir an anderer Stelle dringend benötigen – nämlich um die Aufgaben unserer Zeit anzugehen.“ Dazu gehört vorrangig der Klimaschutz. Dass Hamburg nach dem Volksentscheid das Klimaziel auf 2040 vorgezogen hat, macht die Sache schwerer, bringt die Genossenschaft aber nicht aus dem Konzept. Seit Jahren verfolgt die WGW konsequent ihren Klimapfad und achtet dabei darauf, dass auch die Miete bezahlbar bleibt. „Unsere durchschnittliche Modernisierungsrate liegt dauerhaft über zwei Prozent und entspricht den Empfehlungen der Hamburger Machbarkeitsstudie“, sagt Christine Stehr.

Weiter den Kurs halten
Zwei Großprojekte zeigen, wie das in der Praxis aussieht. In Eidelstedt hat die WGW bereits rund 150 Wohnungen im Wildacker auf den neuesten energetischen Stand gebracht. Die Arbeiten an weiteren Gebäuden mit 32 Wohnungen laufen. In der Wohnanlage in der Bengelsdorfstraße mit 81 Wohnungen gibt es ein Rundum-Paket. Zusätzlich zur umfassenden energetischen Modernisierung werden die Bäder erneuert, ebenso wie die Versorgungsstränge. Das ist mit Hilfe von Fördergeld möglich. Außerdem wird der Aufzug ausgebaut und künftig bis ins Erdgeschoss fahren: Weniger Barrieren und ein langgehegter Wunsch vieler Mitglieder. Zum Klimapfad der Genossenschaft gehören energetische Vollmodernisierungen aber auch viele Einzelmaßnahmen: Fassaden werden teilgedämmt, Fenster Fenster ausgetauscht und Heizsysteme verbessert oder erneuert. Je nach Standort und Möglichkeiten setzt die WGW auf Wärmepumpen oder Fernwärme, ergänzt durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern, dort, wo es möglich ist. Christine Stehr: „Damit sind die CO2-Emissionen auf einem stetigen Abwärtstrend, ebenso die Energie- und die Emissionskosten.“

Neubau im Wiesenredder
Die Genossenschaft hält an den Neubauplänen in Rahlstedt fest – „eine anspruchsvolle Aufgabe nach vielfältigen Abstimmungen mit Behörden“, sagt Christine Stehr und hatte gute Nachrichten: Das Neubauvorhaben mit 114 Wohnungen im Wiesenredder rückt näher. Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist erfolgreich abgeschlossen, eine Umplanung nicht erforderlich und der Bauantrag in Sichtweite.

Aber es gibt noch mehr Positives: „In einem viel kleineren Format, aber mit nicht weniger Herzblut, bringen wir zugleich unsere Gartenstadt-Siedlung voran.“ Dort liegt der Schwerpunkt auf einer behutsamen Modernisierung. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Einblasdämmung. Sie reduzierte Wärmeverluste, schafft eine klimafreundliche Wärmeversorgung und hilft, den Charakter der Siedlung zu bewahren. Dort, wo die Bausubstanz in der Gartenstadt nicht mehr modernisiert werden kann, setzt man auf stilähnliche Ersatzbauten, die sich gut ins Gesamtbild einfügen. Erste Pläne für zwei Doppelhäuser und weitere Wohneinheiten am Rand der Gartenstadt wurden bereits vorgestellt. „Wenn man einen besonderen Wert erhalten möchte, bedarf es der Erneuerung“, ist Christine Stehr sicher und bedankte sich zugleich für das große Interesse und den wertvollen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der umliegenden Wahlbezirke.

Dank der soliden wirtschaftlichen Grundlage ist die Umsetzung aller Projekte auch möglich. „Der Jahresabschluss weist wieder ein sehr gutes Ergebnis aus und das bei weiterhin sehr moderaten Mieten“, sagt die Vorstandsvorsitzende.

Zeichen setzen
Allerdings ist Geld nicht alles. Das beste Beispiel dafür ist die neue „Sünnenklock“ in der Bengelsdorfstraße. Ein Azubi-Projekt, bei dem junge Menschen „über sich hinauswachsen konnten und das bei Weitem nicht nur den Nachwuchs begeistert hat“, freut sich Christine Stehr. Denn es ist ein über alle Dächer sichtbares Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Zusammenhalt – und ein modernes Sinnbild für den Genossenschaftsgedanken: Mit Tatkraft und Gestaltungswillen lässt sich auch in schwierigen Zeiten viel bewegen.

Wiedergewählt: Niels Bossow (v. li.), Vorsitzender des Aufsichtsrates, sein Stellvertreter René Alfeis und Heiko Glawe (Schriftführer) wurden in der anschließenden konstituierenden Sitzung für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Fotos: Hermann Jansen

Auf gartenstadt-wandsbek.de gibt’s den Jahres- und Geschäftsbericht 2025 online. Die Printversion bitte bei Nicole Gebecke anfragen: 040 696959-11.

Treffen für Nachbarn 60+

Der Kaffeenachmittag im Gemeinschaftssaal ist zurück – neu gedacht und mit frischem Namen: Gartenstadt-Treff 60+. Nach der Pause im vergangenen Jahr gibt es damit wieder einen festen Termin für Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten.

Möglich macht das Petra Rau. Die 65-Jährige ist erst seit kurzem im Ruhestand – und hatte schnell das Gefühl, dass ihr da noch etwas fehlt. „Nur zu Hause sitzen, das ist nichts für mich. Ich möchte aktiv bleiben und weiterhin mit Menschen zu tun haben“, sagt sie. Deshalb engagiert sie sich als Ehrenamtliche beim Seniorenbüro Hamburg. Beste Voraussetzungen bringt sie mit. Als Sozialpädagogin war sie über 30 Jahre bei der Alsterdorfer Stiftung tätig, hat ein Beratungsprojekt für Seniorinnen und Senioren geleitet und einen Treff in Hinschenfelde koordiniert. Ihr Ansatz: „Ich möchte Nachbarschaften stärken, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und Ideen anstoßen.“

Und Ideen hat sie viele. Ob Vorlesen, leichte Bewegung, gemeinsames Tanzen – vielleicht sogar Salsa oder Merengue: Vieles ist denkbar. Gleichzeitig ist ihr wichtig, dass der Treff kein fertiges Programm „von oben“ bekommt. „Am schönsten ist es doch, wenn die Gruppe selbst gestaltet. Da steckt oft mehr drin, als man denkt.“ Unterstützt wird Petra Rau von ihrer Freundin Petra Gleiß, die ebenfalls aus dem sozialen Bereich kommt und bei Bedarf einspringt.

Der Auftakt ist ein offenes Kennenlernen am 17. Juni von 14 bis 16 Uhr im Gemeinschaftssaal der WGW-Geschäftsstelle. Dort wird dann gesammelt, ausprobiert und geplant. Die regelmäßigen Treffen starten am 1. Juli 2026 – zweimal im Monat. Interessierte Mitglieder und Nachbarn sind herzlich eingeladen.

Leiten ab 17. Juni den Gartenstadt-Treff 60 + für junggebliebene Seniorinnen und Senioren: Petra Rau (re.) und ihre Vertretung Petra Gleiß. Interessierte sind herzlich willkommen. Foto Hermann Jansen

Was ist los in den Nachbarschaftstreffs?

Gemeinschaftssaal Wandsbek

  • Gartenstadt-Treff 60+: jeden ersten und dritten Mittwoch, 14 – 16 Uhr
    Neuer Termin: Kennenlernen am 17. Juni, 14 – 16 Uhr, regelmäßige Treffen ab 1. Juli 2026
  • Offenes Nachbarschaftstreffen: jeden dritten Montag im Monat, 17 – 19 Uhr
  • Schachgruppe für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren (in Begleitung): jeden zweiten Mittwoch im Monat, 17 – 20 Uhr
  • Yoga: jeden ersten, dritten und vierten Mittwoch im Monat, 19 – 21 Uhr
  • Lindy-Hop-Tanzgruppe: jeden Dienstag, 18 – 20 Uhr
  • Voraussichtlich ab September 2026:
    Strick-/Häkel- und Nähgruppe: jeden ersten Montag im Monat, 18 – 20 Uhr

    Nachbarschaftstreff Eidelstedt, Wildacker 47
  • Basteln, Stricken und Häkeln: jeden ersten Montag im Monat, 18 – 20 Uhr
  • Kartenspielrunde: jeden dritten Mittwoch und jeden vierten Dienstag im Monat, 15 – 19 Uhr
  • Spielrunde Brettspiel TAC: jeden zweiten Sonntag im Monat, 12 – 18 Uhr

    Nachbarschaftstreff Rahlstedt, Saseler Straße 134 C
  • Kaffeeklatsch, Plaudern und Spielen: jeden dritten Donnerstag im Monat, 15 – 18 Uhr

Neubau für den Mäusebussard

Auf dem Gelände des ehemaligen Freibades Rahlstedt sollen künftig Neubauten entstehen. Dort, wo die Gebäude geplant sind befindet sich ein Horst von Mäusebussarden in einem Baum. Anfang März wurde Ersatz geschaffen, damit die Greifvögel bleiben können und nach dem Bau wiederkommen. Der Naturwissenschaftler und Vogelkundler Jens Hartmann war bei der Aktion dabei.

Was gefällt Mäusebussarden in der Stadt? Die Greifvögel sind doch Landbewohner.
Jens Hartmann: „Das stimmt eigentlich. Aber viele Vögel kommen immer weiter in die Städte, da sie dort weniger Feinde und Nahrungskonkurrenz haben. Lange Zeit war der Bruterfolg von Mäusebussarden nicht gut, da sie von Menschen stark bejagt und getötet wurden. Jetzt erholen sich die Bestände und die Greifvögel nutzen die Stadt als Ausweichquartier. Dafür mussten sich Mäusebussarde umstellen und ihre Scheu überwinden. Lärm ist nicht so problematisch, aber Unruhe, das Kommen und Gehen vom Menschen. Der extremste Brutplatz, den ich kenne, war an einer U-Bahn-Haltestelle, direkt neben den Gleisen.“

Welche Feinde haben sie und wie groß ist die Population in Hamburg?
Hartmann: „Feinde sind vor allem Habicht, Uhu und der Mensch. Die letzte Rote Liste stammt von 2018 mit dem Bestand des Jahres 2016. Damals waren es 460 Brutpaare, Tendenz zunehmend. Aktuell gibt es wohl schon etwa 500 im gesamten Stadtgebiet.“

Fressen Mäusebussarde nur Mäuse?
Hartmann: „Sie fressen überwiegend Feld- und Wühlmäuse. Maulwürfe, Kaninchen und Fallwild stehen ebenfalls auf dem Speiseplan.“

Wieso braucht man im Wiesenredder Ersatzhorste?
Hartmann: „Dort gibt es einen Horst zwischen den künftigen Neubauten, daher brauchen wir neue Brutplätze, um die Chance zu erhöhen, das ein Paar oder zwei wiederkommen. Mäusebussarde sind streng geschützt, daher haben wir nach Vorgabe der Stadt Hamburg drei Ersatzhorste angelegt, in acht Meter Höhe und mehr – mit freier An- und Abflugmöglichkeit.“

Wie muss so ein Horst aussehen, damit sich die Greifvögel wohlfühlen und ihn annehmen?
Hartmann: „Die Ersatz-Horste sind aus Weidengeflecht mit etwa 70 Zentimeter Durchmesser. Wir haben sie gut befestigt und Äste reingepackt. Das sieht für die Vögel so aus, als ob der Brutplatz schon von anderen angenommen wurde, also muss er gut sein. Das erhöht die Chance und ist ein Lockmittel fürs Brüten – auch für Waldohreulen und Kolkraben als Nachnutzer. Solche Horste werden oft jahrelang genutzt.“

Wann fangen die Mäusebussarde mit der Brut an?
Hartmann: „Meist ab dem dritten Lebensjahr. Die Brut beginnt zwischen Ende März und Mai, abhängig von der Witterung und vorhandenen Nahrung. Die Greifvögel brüten ungefähr sechs Wochen, je nach Größe des Geleges. Normal sind zwei bis drei Eier. Bei sechs Eiern dauert es natürlich länger. Nach weiteren etwa sieben Wochen sind die Jungen flügge. Vier Wochen bleiben sie noch im Horst, danach verlassen sie ihre Eltern.“

Haben Sie Tipps, wie soll man sich in ihrer Nähe verhalten?
Hartmann: „Die Jungvögel haben einen Bettelruf, der so klingt, als ginge es dem Tier schlecht. Aber das hört sich nur so an. Und generell gilt: Wenn man einen Greifvogel am Horst in der Natur bemerkt, ist es am besten den Bereich leise und langsam zu verlassen, um sie nicht zu stören. Die meisten Mäusebussarde kreisen nur und lenken so Feinde vom Horst und dem Nachwuchs ab.“

Neubau-Projekt Wiesenredder

  • Infos im Bebauungsplan Rahlstedt 135: B-Plan-Verfahren läuft
  • 114 WGW-Wohnungen mit öffentlicher Förderung, 66 Eigentumswohnungen in zehn Gebäuden
  • Am Rand des Grundstücks: der Bach Stellau wird renaturiert; nördlich davon: Naturschutzflächen; neben dem Grundstück vorgesehen: Grünanlage mit Spielplatz

Geschäftsstelle wird klimaneutral

Auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität und dem Verringern von CO2-Emissionen gehen wir den nächsten Schritt: Die Geschäftsstelle unserer Genossenschaft soll klimaneutral werden.

Der Weg dahin muss nicht immer sichtbar sein. Im Gartenstadtweg 81 wird seit Monaten im Hintergrund gearbeitet. Die Beleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt. Und auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage eigenen Strom. Am sichtbarsten war die Montage, denn die Solar-Module wurden per Kran aufs Dach transportiert.

Umweltwärme nutzen
Danach ging es wieder ins Verborgene. Genauer gesagt: in den Technikraum und in den hinteren Teil des Gartens. „Die Geschäftsstelle wird künftig über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt“, sagt Vorstandsmitglied Eduard Winschel. Dafür war einiges vorzubereiten: Erdarbeiten, neue Stromanbindung, neue Zähler, statische Prüfungen. Eigentlich sollte die Anlage schon früher in Betrieb gehen. Doch der unerwartet starke Wintereinbruch hat den Zeitplan verschoben. Aber nicht aufgehoben: Ab dem kommenden Winter gibt es Wärme – ganz emissionsfrei. Sobald die Wärmepumpe im Frühjahr angeschlossen ist, wird die Heizungsanlage zusätzlich per hydraulischem Abgleich auf Effizienz getrimmt, sodass sich die Wärme gleichmäßig verteilt.

Mit Strom unterwegs

Bei der WGW endet Klimaneutralität jedoch nicht an der Eingangstür. Auch für unterwegs wurde nachgelegt und die bisherigen Hybridfahrzeuge durch reine Stromer ersetzt. Heute ist das Team elektrisch. Geladen wird die Flotte direkt vor Ort mit Windstrom der Stadtwerke Rostock, der das Geschäftsgebäude versorgt. Eigens dafür wurden die Wallboxen erweitert und die Ladeinfrastruktur verstärkt.

Altes wärmedämmen
Es ist kein Zufall, dass das Gebäude heute kurz vor der Klimaneutralität steht. Die Grundlage hat die WGW mit dem Umbau2009 gelegt. Ursprünglich erbaut 1959, wurde bei dem Projekt nicht nur mehr Platz geschaffen. Im gleichen Zuge wurde der Anbau technisch auf den neuesten Stand gebracht. Dabei zeigt sich, dass selbst architektonische Besonderheiten wie das markante gläserne Atrium klimafreundlich integriert werden können. Die speziell beschichteten Scheiben halten Wärme im Gebäude, schützen vor Sonne und dämpfen den Straßenlärm. Zugleich sorgt die Beschichtung dafür, dass Vögel das Glas als Hindernis erkennen. Eine Eigenschaft, auf die die WGW besonderen Wert legte und damit neue Maßstäbe für den Vogelschutz in der Stadt setzte.

Vorstand Eduard Winschel: „In diesem Jahr fehlt jetzt nur noch ein Baustein. Der alte Teil des Gebäudes muss wärmegedämmt werden.“ Läuft alles nach Plan, wird auch dieses Projekt 2026 fertig. Dann hat die WGW ein klimaneutrales Haus, das jedes Mitglied auch privat nutzen kann: Denn der große Gemeinschaftssaal kann für Treffen von Nachbarn oder Feiern in der Familie gemietet werden.

Millimeterarbeit mit einem Gewicht von einer Tonne: Die schwere Wärmepumpe wurde Ende März per Kran an ihren Standort an der Nordseite der Geschäftsstelle gehoben. Fotos: WGW


„Zukunft nachhaltig gestalten“

Hallo, ich bin Marina Matic, Mutter von zwei kleinen Kindern und ich genieße es, gemeinsame Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Nach meiner Familienpause arbeite ich seit September 2025 im Betriebskosten- und Nachhaltigkeitsmanagement der WGW. Gestartet bin ich mit einer Ausbildung bei einer Wohnungsgenossenschaft, begleitet von einem immobilienwirtschaftlichen Studium. Danach ging es für mich zu einem großen Immobiliendienstleister in deren Marktforschung.

Ich freue ich mich, jetzt wieder in einer Genossenschaft angekommen zu sein, in der nachhaltiges Wirtschaften und Mitgliederorientierung zusammenkommen. Es ist schön, dass ich mit meinen Aufgaben zu bezahlbarem und klimafreundlichem Wohnen beitragen kann. Besonders die angenehme Atmosphäre und meine freundlichen Kollegen haben mir den Einstieg leicht gemacht.

Neu im WGW-Team: Marina Matic. Foto: Hermann Jansen

Dolce Vita für Vertreter

Ein Wintertag, vier Stationen, viele Gespräche: Die Vertreterausfahrt der WGW führte diesmal quer durch Wandsbek – zu zwei Wohnanlagen im Wandel, ins Maler- und Lackiermuseum nach Billwerder und schließlich zum Italiener. Eine Tour, die zeigte, wie schön es schon ist, bei der WGW zu wohnen und wie schön es noch wird.

Schon die erste Station sorgte für überraschte Gesichter. Ziel war die Wohnanlage am Eydtkuhnenweg, Ecke Voßkuhlen. Acht Gebäude mit insgesamt 202 Wohnungen gehören dazu: Sie verteilen sich auf einem parkähnlichen Grundstück – so groß wie knapp vier Fußballfelder. Etwa 550 Mieterinnen und Mieter der WGW leben in der Wohnanlage von 1963. Ihre bald 70 Jahre sieht man der alten Dame jedoch nicht an. Kein Wunder: Denn zwischen 2006 und 2021 hat die Genossenschaft die meisten Häuser energetisch umfassend modernisiert.

Dabei zog Stück für Stück mehr Wohnqualität ein. Im Eydtkuhnenweg 1 A etwa wurde 2011 ein Außenaufzug angebaut und der Laubengang grundlegend überarbeitet. „Hier leben viele ältere Mitglieder“, erklärte Matthias Demuth, Abteilungsleiter Mieterservice. „Für sie ist das eine große Erleichterung.“ 2015 folgte der Umbau von vier Gewerbeeinheiten in barrierearme Wohnungen. Wie sehr sich die Anlage verändert hat, bestätigte auch Vertreterin Gaby Rauch. Sie ist dort aufgewachsen, zog vor mehr als 40 Jahren weg – und staunte bei der Rückkehr: „Das hat mit der Wohnanlage von damals kaum etwas zu tun.“

Danach ging es in die Bengelsdorfstraße 12-16: ein Haus mit neun Stockwerken und 81 Wohnungen. Dort steckt die WGW mitten in einer umfassenden Modernisierung. Und es ist bereits viel geschafft: Die Fenster wurden erneuert, die Balkone überarbeitet und die Wärmedämmung angebracht. An der Stirnseite ist bereits zusammen mit Azubis aus dem Malerhandwerk ein neues Wahrzeichen aufgemalt – eine große Sonnenuhr, unsere neue „Sünnenklock“. Leider verdeckten noch Gerüste und Planen die farbenfrohe Sünnenklock. Dafür konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter aber in zwei leerstehenden Wohnungen umsehen. Denn innen geht das Projekt weiter: Alle Bäder werden modernisiert, ebenso die Hauseingänge. Außerdem wird ein langgehegter Wunsch vieler Bewohner erfüllt. „Die Aufzugsanlagen werden erneuert. Sie führen dann bis ins Erdgeschoss“, sagt Philipp Wengler, technischer Sachbearbeiter. „Damit wird der Zugang barrierefrei.“ Und noch etwas kommt hinzu: Alle Wohnungen werden mit Balkonkraftwerken ausgestattet. Vorstandsvorsitzende Christine Stehr: „Da die Bewohnerinnen und Bewohner während der Baumaßnahme viel Lärm aushalten müssen, haben wir hier etwas mehr Geld in die Hand genommen.“

Insgesamt investiert die WGW 2025/2026 rund 11,5 Millionen Euro in die beliebte Wohnanlage. Viele Menschen leben hier über Jahrzehnte. Auch Vertreterin Annie Wojczewski erinnert sich gern an ihre erste eigene Wohnung: „Sie war ganz oben und das habe ich geliebt. Der Ausblick ist atemberaubend. Bei gutem Wetter kann man mit dem Fernglas die Uhr des Rathauses sehen.“ Heute erkennt man auch die Elphi.

Bevor beim Italiener Andronaco in Billwerder der gemütliche Teil begann, stand noch ein Besuch im Maler- und Lackierermuseum auf dem Programm – für viele eine Entdeckung. „Das hat mich total überrascht“, sagte Vertreterin Elisa Kunath: „Nicht nur das Museum, sondern auch das Handwerk. Man denkt zuerst ans Wände streichen. Wer hätte gedacht, dass so viel Kunst dahintersteckt?“

Neue Eindrücke
Für einige Vertreterinnen und Vertreter war es die erste Tour dieser Art. Wir fragten sie, wie sie den Tag erlebt haben.
Judith Junge: „Es ist eine schöne Gelegenheit, andere Vertreterinnen und Vertreter kennenzulernen – und auch mit Vorstand und Mitarbeitenden einmal in einem anderen Zusammenhang ins Gespräch zu kommen.“
Volker Dührkop (re.): „Die Ausfahrt hat meine Erwartungen voll erfüllt. Besonders interessant fand ich die Infos zu den Modernisierungen – und zu sehen, wie stark die WGW auf neue Technologien setzt, vor allem beim Klimaschutz.“
Pascal Mohr (li.): „Sehr spannend, die Projekte einmal vor Ort zu sehen. Man bekommt viel mehr Einblick in die Hintergründe und versteht besser, welche Summen und welcher Aufwand dahinterstecken. Auch der Austausch mit den Mitarbeitenden ist Gold wert.“

Zwischen Handwerk und Kunst
Das Maler- und Lackierermuseum in Hamburg-Billwerder zeigt, wie viel Kunst und Geschichte im Malerhandwerk stecken. Über 900 Jahre Tradition werden lebendig – mit historischen Werkzeugen, Farbpigmenten und Schablonen zur Wandgestaltung. Besonders beeindruckend sind die Wandmalereien, die Vorläufer moderner Tapeten.

Gegründet wurde das Museum 1984 von der Maler- und Lackierer-Innung. Viele Exponate stammen aus Privatbesitz, aufgelösten Betrieben und von Berufsschulen. Sie machen den Ort zu einem Schatz für alle, die entdecken wollen, wie viel Gestaltungskraft im Handwerk steckt. Untergebracht ist das Museum im Glockenhaus aus der Zeit um 1600. Mitglieder des Vereins haben das historische Gebäude in Eigenregie restauriert und kümmern sich bis
heute engagiert um seinen Erhalt.

Ein Zeiger für die Sünnenklock

Nach Ostern war es so weit: Die Sünnenklock am WGW-Sünnenhuus in der Bengelsdorfstraße erhielt ihren Zeiger. Kurz darauf fiel das Gerüst – und Bramfelds neues Wahrzeichen ist nun weithin sichtbar.

Ein fast vier Meter langes Stahlrohr im achten Stock an die Fassade zu bringen, das ist kein Routinejob. Dafür braucht es einen Kran – und das richtige Wetter. Tage vorher noch stürmisch. Doch wie alle Events rund um unser Sünnenhuus in Bramfeld passte am Ende alles: blauer Himmel, kaum Wind. Martin und Felix Fieg konnten also ihr unhandliches und dazu noch ziemlich schweres Werkstück präzise montieren. Trotz großer Erfahrung war der Auftrag auch für die beiden Schlosser und Metallbauer eine Premiere. „Einen Zeiger für eine Sonnenuhr haben wir noch nie gebaut.“ Entsprechend groß war die Freude, als alles passte und montiert war. „Das Ergebnis ist super“, lobte auch Dirk Prilipp, Farbgestalter vom Brillux-Farbstudio Hamburg und kreativer Kopf der Sonnenuhr. „Der Zeiger wirft einen sauberen Schatten und die Schrift kommt hervorragend zur Geltung.“

Ein großes Kompliment vor allem für den Handwerker-Nachwuchs. Denn die Sonnenuhr ist im Rahmen einer Azubi-Aktion entstanden. Sieben Auszubildende aus unterschiedlichen Betrieben und Gewerken haben gemeinsam daran gearbeitet. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Projekt unterstützen konnten“, erklärte WGW-Aufsichtsratsvorsitzender Niels Bossow. „Solche Projekte motivieren ungemein – und das Ergebnis zeigt, was möglich ist.“

Brillux-Auszubildender Sebastian Hegger wohnt ganz in der Nähe. „Ich komme hier ständig vorbei – und es ist ein tolles Gefühl, sagen zu können: Daran habe ich mitgearbeitet.“ Auch die WGW-Auszubildende Elham Hassansadeh blickt gern zurück. „Das war eine großartige Gemeinschaftsarbeit – das werde ich nie vergessen.“

Für Vorstandvorsitzende Christine Stehr ist die Sonnenuhr ohnehin etwas Besonderes. Sie hat das Projekt von Anfang an geleitet. „Wenn man startet und dann Schritt für Schritt sieht, wie sich so etwas entwickelt, ist das beeindruckend.“ Entscheidend sei dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten gewesen – von den Auszubildenden bis zur Maler- und Lackiererinnung Hamburg. So konnte etwas entstehen, das längst nicht mehr selbstverständlich ist: Kunst am Bau. „Viele Unternehmenverzichten heute aus Kostengründen darauf. Wir versuchen trotzdem, solche Elemente dort zu integrieren, wo es passt. Sie geben einem Gebäude Identität und schaffen etwas, das bleibt.“

Gleichzeitig ist das Projekt ein klares Bekenntnis zur Nachwuchsförderung. „Wir stehen alle vor der großen Aufgabe, bis 2040 klimaneutral zu werden“, sagt Christine Stehr. „Dafür müssen wir ganzheitlich denken – und wir brauchen Menschen, die es umsetzen. Genau deshalb ist es so wichtig, junge Fachkräfte früh einzubinden und zu fördern.“

Jede Wiese zählt

Das Netzwerk Nachbarschaft ruft Nachbarn dazu auf, sich bis zum 30. September für den Wettbewerb „Jede Wiese zählt!“ zu bewerben. Die fünf schönsten Projekte gemeinsamer Begrünungsaktionen von Haus-, Hof- und Straßengemeinschaften werden prämiert. In diesem Jahr wird dazu aufgerufen, sich stärker der Begrünung von Dächern (etwa Carports) oder Hausfassaden zu widmen. Für die schönsten Aktionen gibt es Geld- und Sachpreise sowie eine vom Künstler Janosch entworfene Plakette. Bewerben kann man sich beim Netzwerk Nachbarschaft.

Der NABU Naturgarten in Winterhude öffnet seine Türen einmal im Monat für Interessierte. Bei diesen Tagen der offenen Gartenpforte (März bis Oktober, sonntags, 11 bis 17 Uhr), kann man sich informieren: etwa am 14. Juni 2026 über das Thema „Uferrand bepflanzen und Feuchtwiesen“ oder am 13. September über „Lebensraum Totholz und Steinhaufen“ (nabu.de).