Auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralität und dem Verringern von CO2-Emissionen gehen wir den nächsten Schritt: Die Geschäftsstelle unserer Genossenschaft soll klimaneutral werden.
Der Weg dahin muss nicht immer sichtbar sein. Im Gartenstadtweg 81 wird seit Monaten im Hintergrund gearbeitet. Die Beleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt. Und auf dem Dach produziert eine Photovoltaikanlage eigenen Strom. Am sichtbarsten war die Montage, denn die Solar-Module wurden per Kran aufs Dach transportiert.
Umweltwärme nutzen
Danach ging es wieder ins Verborgene. Genauer gesagt: in den Technikraum und in den hinteren Teil des Gartens. „Die Geschäftsstelle wird künftig über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt“, sagt Vorstandsmitglied Eduard Winschel. Dafür war einiges vorzubereiten: Erdarbeiten, neue Stromanbindung, neue Zähler, statische Prüfungen. Eigentlich sollte die Anlage schon früher in Betrieb gehen. Doch der unerwartet starke Wintereinbruch hat den Zeitplan verschoben. Aber nicht aufgehoben: Ab dem kommenden Winter gibt es Wärme – ganz emissionsfrei. Sobald die Wärmepumpe im Frühjahr angeschlossen ist, wird die Heizungsanlage zusätzlich per hydraulischem Abgleich auf Effizienz getrimmt, sodass sich die Wärme gleichmäßig verteilt.
Mit Strom unterwegs
Bei der WGW endet Klimaneutralität jedoch nicht an der Eingangstür. Auch für unterwegs wurde nachgelegt und die bisherigen Hybridfahrzeuge durch reine Stromer ersetzt. Heute ist das Team elektrisch. Geladen wird die Flotte direkt vor Ort mit Windstrom der Stadtwerke Rostock, der das Geschäftsgebäude versorgt. Eigens dafür wurden die Wallboxen erweitert und die Ladeinfrastruktur verstärkt.
Altes wärmedämmen
Es ist kein Zufall, dass das Gebäude heute kurz vor der Klimaneutralität steht. Die Grundlage hat die WGW mit dem Umbau2009 gelegt. Ursprünglich erbaut 1959, wurde bei dem Projekt nicht nur mehr Platz geschaffen. Im gleichen Zuge wurde der Anbau technisch auf den neuesten Stand gebracht. Dabei zeigt sich, dass selbst architektonische Besonderheiten wie das markante gläserne Atrium klimafreundlich integriert werden können. Die speziell beschichteten Scheiben halten Wärme im Gebäude, schützen vor Sonne und dämpfen den Straßenlärm. Zugleich sorgt die Beschichtung dafür, dass Vögel das Glas als Hindernis erkennen. Eine Eigenschaft, auf die die WGW besonderen Wert legte und damit neue Maßstäbe für den Vogelschutz in der Stadt setzte.
Vorstand Eduard Winschel: „In diesem Jahr fehlt jetzt nur noch ein Baustein. Der alte Teil des Gebäudes muss wärmegedämmt werden.“ Läuft alles nach Plan, wird auch dieses Projekt 2026 fertig. Dann hat die WGW ein klimaneutrales Haus, das jedes Mitglied auch privat nutzen kann: Denn der große Gemeinschaftssaal kann für Treffen von Nachbarn oder Feiern in der Familie gemietet werden.




