Die Vorfreude auf den Urlaub ist am schönsten, aber noch schöner ist es, wenn man beruhigt wegfahren kann. Dafür sollte jeder vorab gut organisieren und mit einer Checkliste planen, denn in der Hektik kann es passieren, dass man etwas vergisst. Wir geben Tipps, mit denen man sogar Geld sparen kann.
Freunde informieren Ob es sich um einen Urlaub oder eine Dienstreise handelt, bei längerer Abwesenheit muss sichergestellt sein, dass im Falle eines Falles ein Ansprechpartner vor Ort ist, der sich kümmert. Empfehlenswert ist es, wenn Freunde oder der Vermieter Notfallkontaktdaten haben. ❏ Die Wohnung muss betreut sein, um Schäden wie einen Wasserrohrbruch rechtzeitig zu bemerken und zu melden. Hinterlegt bei Freunden und Nachbarn eine Telefonnummer sowie einen Schlüssel, um den Zugang zur Wohnung zu ermöglichen. ❏ Lasst den Briefkasten leeren, um ein Überquellen zu vermeiden. Die Post bietet gegen Gebühr auch einen Lagerservice für Briefe. ❏ Nicht vergessen: Die Blumen von jemandem gießen zu lassen. ❏ Sicherstellen, dass die Haustiere betreut und gefüttert werden. Vielleicht habt Ihr Freunde, die während eures Urlaubs sogar einziehen und alles versorgen.
Küche vorbereiten Um Schimmelbildung und unangenehme Gerüche zu vermeiden, bitte Folgendes beachten: ❏ Verderbliche Lebensmittel aussortieren, verschenken oder vorher noch verbrauchen, Kühl-/Gefrierschrank am besten leer machen und ausstellen (spart Strom) ❏ Mülleimer leeren ❏ Geschirrspülmaschine und Waschmaschine göffnet lassen ❏ Hauptwasserversorgung innerhalb der Wohnung schließen
Vor Einbruch schützen ❏ Alle Türen und Fenster müssen richtig geschlossen und wo es möglich ist, doppelt verschlossen sein. ❏ Lasst euer Zuhause bewohnt aussehen, etwa durch Licht per Zeitschaltuhr. ❏ Achtung! Für viele Menschen ist Social Media ein täglicher Begleiter. Bitte seid beim Veröffentlichen von Statusmeldungen oder Teilen von Standorten vorsichtig und sprecht keine Abwesenheitszeiten auf den Anrufbeantworter. Stellt ihn am besten aus.
Heizen nicht vergessen ❏ Denkt daran, die Wohnung nicht auskühlen zu lassen, das fördert die Schimmelbildung. Das Bundesumweltamt empfiehlt als Raumtemperatur während einer Abwesenheit von einigen Tagen ca. 15 Grad Celsius, das ist etwa Stufe 2 auf dem Thermostat.
Geräte ausschalten ❏ Steckt elektrische Geräte aus, um die Brandgefahr zu reduzieren, aber auch um Stromkosten zu sparen: TV, PC, Spielekonsole, Kaffeemaschine, Toaster… Macht vor der Abreise noch einen Rundgang durch die Wohnung und überprüft, ob Ihr nichts vergessen habt.
Auch in unruhigen Zeiten bleibt die WGW auf Kurs. Die Vertreterversammlung 2025 zeigte: Investitionen, Klimaschutz und Nachbarschaft gehen Hand in Hand – und das mit klarer Haltung, viel Engagement und einer guten Portion Zuversicht.
Nach erfolgreichem Abschluss der turnusmäßigen Vertreterwahlen startete die diesjährige Versammlung mit einem Vortrag zum Thema „Rechte und Pflichten von Mitgliedern der Vertreterversammlung“. Wissenswertes nicht nur für die bereits langjährig engagierten Vertreterinnen und Vertreter, sondern vor allem für diejenigen, die mit Ablauf der Veranstaltung ins Amt traten und – noch ohne Stimmrecht – einen ersten Eindruck gewinnen konnten.
„Wir sind fest entschlossen, positiv in die Zukunft und auf unsere Handlungsmöglichkeiten zu blicken“, machte Vorstandsvorsitzende Christine Stehr anschließend klar, „alles andere wäre Stillstand“. Ein Blick in den Jahresbericht zeigt: Das ist mehr als nur ein Vorsatz. Mit Investitionen von über elf Millionen Euro konnte die Genossenschaft 2024 viele Projekte umsetzen – von Modernisierungen mit energetischen Verbesserungen über barrierearme Umbauten bis hin zu Instandhaltungen unterschiedlicher Art und Umfang. Im Fokus stand das große Ganze: Klimaschutz, Wohnqualität und langfristige Vermietbarkeit. „Diese Investitionen sind von elementarer Bedeutung und bleiben einer unserer Schwerpunkte“, sagte Christine Stehr. „Denn sie sorgen für den Erhalt unserer Wohnungsbestände und dauerhafte Vermietbarkeit.“ So wurden unter anderem im Wildacker und in der Gartenstadt 75 Wohnungen energetisch voll- und 170 weitere teilmodernisiert. In Marienthal wurde ein Gebäude aus dem Jahr 1929 umfassend saniert – mit bemerkenswertem Ergebnis. Das komplette Obergeschoss, das in der Nachkriegszeit zu einfachen Notwohnungen ausgebaut worden war, wurde abgetragen und neu errichtet. „Vielleicht haben Sie die fliegenden Bauten über Marienthal auf unserem Nachbarschaftssender Noa4 gesehen“, erinnerte Christine Stehr mit einem Augenzwinkern. „Wenn nicht, es lohnt sich, einmal reinzuschauen.“ Entstanden sind fünf neue, moderne Wohnungen. Drei Wärmepumpen ergänzen die bestehende Heizungsanlage, und erstmals wurde das Dach mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. „Damit können wir unseren Mitgliedern zukünftig ein attraktives Mieterstrom-Angebot machen.“
Mit der Modernisierung in der Bengelsdorfstraße in Bramfeld hat zudem ein weiteres großes Projekt begonnen: 81 Wohnungen profitieren dort von den umfangreichen Arbeiten, die sich über die Jahre 2025 und 2026 verteilen werden. All dies dient der Verbesserung der Wohnqualität, zahlt aber auch im positiven Sinne auf die CO2-Bilanz ein, sodass die Kohlendioxid-Einsparungen in kontinuierlichen Schritten voranschreiten. Solide Zahlen trotz steigender Kosten Auch bei umfangreichen Baumaßnahmen bleibt die Genossenschaft wirtschaftlich stabil: mit einem Jahresüberschuss von rund 5,15 Millionen Euro, gestärktem Eigenkapital und einer konstant niedrigen Fluktuationsquote. So betrug die Dividende erneut vier Prozent. „Dass wir diese Ergebnisse bei einer durchschnittlichen Grundnutzungsgebühr von 7,71 Euro pro Quadratmeter erzielen, ist bemerkenswert“, betonte die Vorständin.
„Unser Ziel bleibt es, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen und mit einer bezahlbaren Miete in Einklang zu halten.“ Jedoch bleibt dies auch die große Herausforderung, denn die Vorgaben aus der Klimaschutzgesetzgebung erfordern erhebliche Anstrengungen, um die gesteckten Ziele umzusetzen. Maßgeblichen Einfluss darauf hat, inwieweit die fossilfreie Wärmeversorgung möglich ist, denn nach wie vor steht die von der Stadt Hamburg präferierte Fernwärmeanbindung für den Großteil des WGW-Bestandes nicht zur Verfügung. Doch praktische Erfahrungsberichte und Untersuchungen zeigen, dass auch Wärmepumpen in Bestandsgebäuden gut funktionieren. Sie bilden damit eine notwendige Alternative – trotz höherer Investitionskosten und Strompreisabhängigkeit. Die Prozesse im Wohnungsbau beurteilt Christine Stehr so: „Gut Ding will Weile haben, wenn es ums Bauen in Hamburg geht.“ Überbordende Anforderungen und Baustandards sowie komplizierte Verfahren sind kostspielig und bremsen die Umsetzung. Hoffnung macht der Hamburg-Standard, der mit klaren Vorgaben für zukunftsfähiges, wirtschaftliches Bauen frischen Wind bringen soll. „Wir hoffen, dass wir auch für unser Neubauprojekt in Rahlstedt von den angekündigten Vereinfachungen profitieren können.“
Engagiert für Mensch und Umwelt Neben den baulichen Aktivitäten bleibt auch das soziale Engagement für die WGW ein Markenzeichen. Die Förderung der Nachbarschaften ebenso wie Umweltthemen in den Wohnanlagen, die beispielsweise dem Artenschutz dienen oder die Entsiegelung von Flächen vorantreiben, gehören zum Selbstverständnis der Genossenschaft. Und der Blick geht nach vorn: Auch für 2025 sind Investitionsmittel von über 15 Millionen Euro bereitgestellt – mit Fokus auf Klimaschutz, Wohnqualität und ein gutes Miteinander. „Genossenschaften sind klarer Ausdruck von Demokratie. Wir machen die Dinge aus eigenem Antrieb – und für unsere Mitglieder“, sagte Christine Stehr zusammenfassend. „Das ist nicht nur unsere Verantwortung, sondern unsere größte Motivation.“
Zum Abschluss bedankten sich Vorstand und Aufsichtsrat neben den aktiven auch bei den ausscheidenden Vertreterinnen und Vertretern sowie bei den besonders langjährigen Mitgliedern der Vertreterversammlung.
Neu, wiedergewählt und ein Abschied
Von Bert Gettschat mussten wir uns leider verabschieden, da Aufsichtsräte entsprechend der Satzung nur bis zum 70. Lebensjahr wiedergewählt werden können. Fotos: Hermann Jansen
Jens Donath (li.) ist neu im Aufsichtsrat. Iris Gronau und Matthias Münster wurden wiedergewählt.
Im Anschluss nach der Vertreterversammlung wurden die Ämter in der konstituierenden Sitzung vergeben. Der Aufsichtsrat wählte Niels Bossow erneut zum Aufsichtsratsvorsitzenden und René Alfeis als seinen Stellvertreter. Heiko Glawe und Lena Schneidereit sind Schriftführer und stellvertretende Schriftführerin. Wie sich der Ausschüsse des Aufsichtsrates zusammensetzen, können Sie auf der Website sehen: unter „Über uns“, „Genossenschaft“, „Aufsichtsrat“.
Jahresbericht 2024 Auf gartenstadt-wandsbek.de können Sie sich den Jahresbericht 2024 herunterladen. Die Print-Ausgabe kann bei Tanja Reddig angefragt werden: 040 696959-11
Guten Tag, ich bin Uwe Dedek und seit Januar bei der WGW. Nach meiner Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur im Schwarzwald sowie Wanderjahren in Deutschland und teilweise in Schweden, habe ich 2002 die Meisterprüfung im Installateur-und Heizungsbauer-Handwerk abgelegt. Zur WGW bin ich gekommen, weil ich das technische Team mit meiner Erfahrung in der Haustechnik unterstützen möchte. Ich habe Freude daran, an der Schnittstelle zwischen den Mitgliedern, den Dienstleistern und der Verwaltung zu agieren, zum Erhalt des Wohnungsbestandes beizutragen und den CO2- Fußabdruck zu reduzieren. Mir gefällt es, wie gut die Genossenschaft im Klima- und Umweltschutz aufgestellt ist und auf diesem Weg weitergeht. Jetzt bin ich ein Teil davon und kann heute mitgestalten, wie wir morgen leben werden. Das ist mir wichtig, da ich umweltbewusst und mit Familie und Freunden gern in der Natur unterwegs bin.
Der Jahresbericht 2024 für Mitglieder ist erschienen. Schon gelesen? Falls Ihnen kein Exemplar vorliegen sollte, werfen Sie doch einen Blick in die Online-Version.
Mieterinnen und Mieter sollen laut Gesetzgeber ihre Unterlagen immer bis 31. Dezember erhalten. Für 2024 sind die WGW-Abrechnungen längst in Arbeit. Übrigens: Für die Steuerklärung kann man alles auch im Folgejahr einreichen.
Ihre Betriebs- und Heizkostenabrechnung für 2024 erhalten Sie spätestens im vierten Quartal. Zunehmende Anforderungen führen dazu, dass die Erstellung der Abrechnungsunterlagen bei allen immer mehr Zeit in Anspruch nehmen. Das Prozedere ist zeitaufwendig, aber notwendig, weil wir wollen, dass Sie korrekte Abrechnungen bekommen.
Die Ordentliche Vertreterversammlung fand am 2. Juni 2025 im Gemeinschaftssaal der WGW statt. Fotos von der Vertreterversammlung finden Sie in der Fotogalerie unter „WGW in Bildern. Die Tagesordnung, Kandidaturen und das Protokoll finden Sie unter „Mitglieder, Vertreterversammlung„, Download.
Das Netzwerk Nachbarschaft ruft Nachbarn in Deutschland dazu auf, sich bis zum 30. September für den Wettbewerb „Jede Wiese zählt!“ zu bewerben. Die schönsten fünf Projekte gemeinsamer Begrünungsaktionen von Haus-, Hof- und Straßengemeinschaften werden prämiert. 500 Euro gibt es als Preisgeld und eine von Künstler Janosch entworfene Plakette.
Der NABU Naturgarten öffnet seine Pforten einmal im Monat für Interessierte. Beim Tag der offenen Tür (sonntags, 11 bis 17 Uhr), kann man sich informieren: etwa am 26. Juni 2025 über „Essbare Wildpflanzen“ oder am 20. Juli 2025 über das Thema „gARTENreich – bunte Vielfalt fördern“ (nabu.de).
Rückwirkende An- und Abmeldungen beim Stromanbieter sind seit 6. Juni 2025 nicht mehr möglich. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, mit dem Ziel, den Wettbewerb zu steigern und Verbrauchern bessere Konditionen beim Stromwechsel zu ermöglichen.
Was bedeutet das für die Mieter bei einem Umzug? Die An- und Abmeldung erfolgt werktags innerhalb von 24 Stunden, auch der technische Wechsel. Wer einen Umzug plant, sollte sich daher frühzeitig einen Stromanbieter suchen und vor dem Umzug den Wechsel des Stromanbieters organisieren. Wer es versäumt, bis zum Einzug einen Stromvertrag abzuschließen, wird automatisch vom oft teuren Grundversorger beliefert.
Infos von der WGW Bei der Unterzeichnung des Nutzungsvertrags bekommen Mitglieder Informationen von ihrem Ansprechpartner im Mieterservice, später nochmals vom Hauswart. So können sich unsere Mitglieder selbst schon vor dem Umzug einen Stromversorger ihrer Wahl suchen, sich dort bereits mit der neuen Adresse anmelden und den Zählerstand nachreichen. Den Zählerstand bekommen unsere Mitglieder mit dem Abnahme- und Übergabeprotokoll, das auch automatisch an den Grundversorger Vattenfall geht.
Identifikationsnummer erforderlich Für einen reibungslosen Wechsel ist ab jetzt die Marktlokations-Identifikationsnummer (MaLo-ID) erforderlich. Die elfstellige Nummer steht auf jeder Stromrechnung. In dieser Nummer steckt die Info über den Stromzähler, an dem Energie erzeugt oder verbraucht wird. Künftig ist also die MaLo-ID entscheidend, nicht die Zählernummer.
Zu einem gelungenen Schulstart gehört eine prall gefüllte Schultüte. Leider können sich diese Erstausstattung aber nicht alle Familien leisten. Umso wichtiger ist die Arbeit des Hamburger Vereins Glücksstern, den die WGW mit einer Geldspende unterstützt hat.#
„Unser Verein ist 2004 aus einer kleinen Weihnachtsaktion entstanden“, erzählt Silke Sanne, Mitgründerin von Glücksstern. „Damals haben wir 20 Geschenke für Kinder aus benachteiligten Familien gepackt – voriges Jahr waren es bereits 3.000.“ Doch Glücksstern ist längst nicht mehr nur in der Weihnachtszeit aktiv. Ein weiteres zentrales Projekt ist die Schultüten-Aktion.
Um einen guten Start zu ermöglichen, sorgt der Verein dafür, dass Erstklässlerinnen und Erstklässlern aus finanziell benachteiligten Familien eine vollständig ausgestattete Schultüte bekommen – mit allem, was Kinder zum Schulbeginn brauchen: Federmäppchen, Bunt- und Bleistifte, Radiergummi, Farbkasten, Lineal, Anspitzer, Trinkflasche, Brotdose und etwas zum Spielen. In vielen Fällen kommt ein nagelneuer Schulranzen dazu. Alles ist neu, da der Verein dank einiger Kontakte manches günstiger beschaffen kann. „Die Schultüten sind wichtiger geworden“, weiß Silke Sanne. „Denn viele Kinder werden von anderen gemobbt, wenn sie nicht die vermeintlich richtigen Sachen im Ranzen haben.“ Ziel ist es, Kindern aus sozial schwachen Familien einen gleichwertigen Anfang zu ermöglichen.
Glücksstern arbeitet eng mit über 30 Hamburger Einrichtungen zusammen: darunter der Kinder- und Jugendnotdienst, das Rauhe Haus und die Familienhelden. Die Spenden werden gezielt über diese Partner verteilt. Für Partner wie den Kinder- und Jugendnotdienst etwa kümmert sich der Verein auch um Schulranzen. Silke Sanne: „Wir arbeiten mit mehreren Grundschulen zusammen. Die Eltern stiften die Ranzen ihrer Kinder.“ Sie sind noch wie neuwertig, werden aber nicht mehr gebraucht. Auf die Frage, ob Glücksstern eV mehr Schulranzen brauchen kann, schüttelt sie den Kopf. „Das können wir leider nicht bewältigen, außerdem fehlt die Lagermöglichkeit.“
Das WGW-Team unterstützt regelmäßig gemeinnützige Initiativen in Hamburg. In diesem Jahr geht die Spende von 500 Euro an Glücksstern eV und hilft dabei, die Schultütenaktion weiter auszubauen. Willkommen sind vor allem Geldspenden, da sich der Verein nur über Spenden finanziert. Alternativ freut sich Glücksstern über Buntstifte, Klebestifte, Collegeblöcke und Anspitzer. Daraus werden so genannte „Notfallpäckchen“ zusammengestellt.
Wer die Projekte ebenfalls unterstützen möchte, mit Geld oder Engagement, kann sich beim Verein melden: glücksstern-ev.de. Ein paar helfende Hände werden zum Beispiel für die Aktion „Weihnachtspäckchen“ gesucht.
Von den Opfern kennt man meist keine Namen, die Täter wurden lange unter anderem durch Straßennamen geehrt. Das muss sich ändern. Kolonial belastete Straßen in Ohlsdorf etwa wurden per Beschluss des Bezirkes Hamburg Nord bereits umbenannt. Damit soll das koloniale Erbe aufgearbeitet und an die Opfer gedacht werden. Außerdem spiegeln diese Namen wider, wie vielfältig und kulturell bunt die Stadt ist.
Louisa-Kamana-Weg Louisa-Kamana-Weg und Cornelius-Fredericks-Stieg heißen sie jetzt, die bisherigen Straßen Woermannsweg und Woermannstieg. Sie waren nach dem Kolonialkaufmann Adolph Woermann (1847-1911) benannt, dem damaligen deutschen Westafrika-Kaufmann und Reeder. Er war an Kolonialverbrechen wie dem Völkermord an den Herero und Nama beteiligt – im heutigen Namibia, Botswana und Angola – betrieb Menschenhandel und unterstützte Zwangsarbeit von Gefangenen auf seinen Plantagen. Mit der Umbenennung der Straßen wird jetzt endlich an Opfer dieser Zeit erinnert: an Louisa Kamana (1878-1903) sowie ihr Neugeborenes. Sie wurden von einem deutschen Händler erschossen. Dieser wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, aber nach elf Monaten freigelassen. Die meisten Täter kamen damals nicht vor Gericht.
Cornelius Fredericks (1864-1907), ein wichtiger Widerstandskämpfer gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia, starb in einem Konzentrationslager.
Ndekocha-Weg Auch die Umbenennung des Justus-Strandes-Weges ist bereits beschlossen. Die Straße ist nach dem Übersee-Kaufmann Justus Strandes (1859-1930) benannt, der Waffen lieferte, um den Befreiungskampf in Ostafrika niederzuschlagen. Mit dem voraussichtlich neuen Namen Ndekocha Weg soll die Afrikanerin Ndekocha geehrt werden. Sie wurde gefangen genommen, wie viele andere versklavte Afrikanerinnen vergewaltigt und nach Fluchtversuchen erhängt. Sie gehörte zum Chagga-Volk am Kilimandscharo (Tansania).